Ein Erlebnisbericht von Daniel Gerber (GOLDRUSH TOURS)
17.08.2007 02:44:21
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GOLDRUSH NEW ZEALAND 2007

Nach einer tollen Goldrush Tour in Alaska im Sommer 2006 hatte ich im Februar und März dieses Jahres schon wieder die Gelegenheit mein Goldfieber ein wenig stillen zu können. Während einer Auszeit von meinem Alltagsjob als Hausmann verbrachte ich diese Sommermonate in Queenstown und Umgebung. Wenn ich von Sommer spreche, dann war dies wirklich ein Prachtssommer wie schon lange nicht mehr. Während ca. 3 Tagen bzw. Nächten regnete es, sonst herrschte meistens blauer Himmel.

Im Februar besuchte mich ein Freund aus Australien, welcher von der gleichen Krankheit befallen ist wie ich. „Leider“ lässt sich aber keine Krankenkasse oder hier in Neuseeland der Staat dazu bewegen, dass wir Sozial- oder Krankentaggelder für unsere Sucht zugesprochen erhalten.

Natürlich versuchten wir unser Glück zuerst auf meinem Claim am Moke Creek. Im letzten Jahr hatte ich mich nach langem endlich entschliessen können ein Claim zu beantragen. Der steigende Goldpreis war sicher mitverantwortlich, dass in letzter Zeit immer mehr Bäche gepachtet wurden und mir der Zugang zu diesen „Jagdgründen“ nicht mehr gewährleistet ist. Grund genug also selber ein Stück zu pachten und für die nächsten 10 Jahre wieder ruhig schlafen zu können. Leider hatten wir am Anfang mit der Dredge nicht den gewünschten Erfolg, doch dies sollte sich später (im März) noch ändern. Einige Stellen, welche relativ leicht zu bearbeiten waren, liessen wir unangetastet damit ich mit den Leuten der Goldrush-Tour nicht zu arg krampfen musste, bis es in der Box glänzt.

Da mein Kollege aus Australien nicht sehr berggängig ist, dafür aber mit dem Detektor sehr gut umgehen kann, versuchten wir unser Glück dann halt meistens am Trockenen, was sich schliesslich auch auszahlte. Eines Abends, nach einem anstrengenden Tag im Bach, hauptsächlich wegen einigen Kinderkrankheiten der Dredge, war ich im Tipi am zubereiten des Nachtessens. John, meinen Kollegen schickte ich in dieser Zeit mit seinem Detektor los. Pünktlich zum Nachtessen kam er mit leeren Händen zurück. Einige Signale hätte er schon gehabt, doch das meiste sei Schrott gewesen meinte er. Nach einem traumhaften Abendessen, Hirschfilet mit Bratkartoffeln und Gemüse, welches wir vom Fleisch her meinen Freunden Kurt und Edith zu verdanken hatten, wollte ich natürlich wissen ob John nicht doch noch ein schönes Nugget mit dem Detektor finden konnte. Bei sich zu Hause in Australien hatte er jedenfalls keine Mühe damit. Kaufte ich doch vor Jahren viele meiner auserlesenen Stücke für DANIDOR bei ihm ein. Auf der „Strasse“ welche zu unserem Camp führte zeigte er mir die Stellen wo er gegraben hatte. Das erste Signal war zwar markiert aber er hatte sich nicht dazu überwinden können zu graben. Sein Minelab verriet ihm, dass das Signal aus einer grösseren Tiefe kommen musste und er hatte vor dem Nachtessen keinen Bock darauf Schrott aus grosser Tiefe auszugraben. Ich war aber der Meinung, wir sollten nach jedem Signal graben. Also nichts wie los. Ich fing mit dem Pickel an zu graben und John gab mir Instruktionen wo er das Stück vermutete. Da das Material ziemlich hart und festgefahren war, musste ich einige Male in die Hände spucken bis sich das Signal, wie könnte es nicht schöner sein, als Nugget entpuppte. Das kuriose an der Geschichte, bereits vor fast 30 Jahren bin ich ahnungslos und noch gesund, d.h. noch nicht vom Goldfieber befallen, zum ersten Mal über diesen vier Grämmer gelatscht.

Als Abwechslung zum Dredgen hatten wir Tage später im Sinn unser Glück in der Nähe von Alexandra zu versuchen und zwar dort, wo ich vor Jahren schon einmal einige besondere Nuggets gefunden hatte. Mit der Erlaubnis des Farmers und dem Besitzer des Mining Claims suchten wir am ersten Tag in diesem trockenen und nicht gerade einladenden Gebiet während Stunden ohne grossen Erfolg. Ich war mit meinem Minelab SD2100 und John mit seinem GP Extreme unterwegs. Trotz eines kühlenden Südwindes rann uns schon bald der Schweiss über die Stirne und ich wollte schon fast aufgeben, als ich nach der 50. Gewehrhülse endlich ein kleines Nugget zwischen den wilden Thymian Büschen ans Tageslicht befördern konnte. Keine drei Meter weiter kam ein weiteres zum Vorschein und zwar ganz in der Nähe, wo ich vor Jahren die anderen Stücke gefunden hatte. Damals waren wir über die neun Stücke überrascht gewesen, weil sie alle auf einer Fläche von ca. einem halben Quadratmeter lagen. Das Gold war zudem so brüchig und kaum transportiert worden, was uns vermuten liess, dass es aus einer verwitterten „Goldader“ stammen musste.

Bei der Lagebesprechung mit meinem Kollegen stellte sich heraus, dass auch er fündig geworden war. Auf einem „false bottom“ kam sein Stück ans Tageslicht. Zurück in Queenstown beschlossen wir unser Glück auch die nächsten Tage an diesem Ort zu versuchen. Der Farmer war erstaunt, als wir schon wieder um die Bewilligung nachfragten, um auf seinem doch sehr öde aussehenden Land Löcher graben zu wollen. Die Bierchen und die Schokolade als Dankeschön freuten ihn aber sehr. Diesmal konnten wir dort sogar unser Nachtlager aufschlagen, damit wir nicht jeden Abend nach Queenstown zurückfahren mussten. Ein weiser Entscheid, unsere Schlafsäcke und die Liegematten mitzunehmen, wie sich schon bald herausstellen sollte. Es dauerte nämlich nicht lange und die Nuggets lagen auf einem „Patch“ von der Grösse eines halben Fussballfeldes überall verstreut. Manche fast an der Oberfläche. Zwar beförderten wir auch jetzt noch jede Menge Schrott ans Tageslicht aber die positiven Signale hatten doch stark zugenommen. Die zwei schönsten Funde für mich waren natürlich ein mit Quarz durchzogenes Halbunzen Stück und das Andere ein zwei Grämmer. welcher in den späten Abendstunden, gegen 22 Uhr, die Dunkelheit der Welt erblickte. Dies fast zu oberst auf einem Hügel, von wo sich das Gold seit Jahrtausenden Richtung Talsohle bewegt.

Im Anschluss an diese zwar trostlos erscheinende aber mit dem Duft des wilden Thymians doch spezielle Gegend, machten wir uns auf einen weiteren Prospecting Trip. Diesmal gab es auch für mich Neuland zu erforschen.

Meine Freunde Kurt und Edith wollten uns diesmal begleiten und während wir die Detektoren schwingen wollten hatten sie im Sinn unser Nachtessen zu fangen. So fuhren sie mit ihrem Camper los und wir folgten mit ihrem Zweit-Wagen, einem Toyota Surf Diesel. Den Landrover liess ich gerne zu Hause, da der V8 für diese lange Strecke ganz einfach zu durstig war. Zumal die Treibstoffpreise in Neuseeland auch nicht mehr das sind was sie noch einmal waren. Nach einer abenteuerlichen Fahrt über eine unbefestigte und haarsträubende Strasse erreichten wir schliesslich unser Ziel. Unterwegs schienen sich einige Leute in entgegenkommenden Fahrzeugen zu fragen, was der Campervan von Kurt und Edith wohl hier zu suchen hatte. War die Strecke doch für 4x4 Fahrzeuge markiert. Da es für die Beiden aber nicht das erste Mal war, dass sie sich und dem Campervan solche Strecken zumuteten, fuhren wir einfach so weit bis es nicht mehr weiter ging und wir einen passenden Platz zum übernachten gefunden hatten. Mein Freund, welcher uns schon die letzten Tage die Bewilligung gegeben hatte um auf seiner „Lease“ (Pacht) zu prospektieren, hatte ganz in der Nähe einen weiteren Claim, dessen Antrag seit Jahren aus Umweltschutzgründen hängig ist. Ohne Kenntnisse dieser Gegend suchten wir am ersten Nachmittag Stundenlang ohne den geringsten Erfolg. Gewehrhülsen, Bleikugeln, Nägel von alten Schuhsohlen und viele weitere Schrottvarianten gab es wieder einmal zur Genüge.

Ausnahmsweise kehrte auch Kurt an diesem Abend mit leeren Händen zurück. Zum Glück hatten sie aber vorgesorgt und die vor einigen Tagen geschossene Wildgeiss ersetzte die Forelle auf dem Menuplan. Nach einer etwas unruhigen Nacht, eine Maus machte sich unter oder neben meinem „Bett“ stundenlang zu schaffen, stapfte ich am nächsten Morgen müde aus der Hütte. Direkt daneben stand der Camper. Dummerweise hatte ich es vorgezogen in der Hütte meinen Schlafsack auszubreiten statt das Zelt aufzustellen oder meinen Freunden im Camper mit meinem Schnarchen den Schlaf zu stehlen.
Mit neuem Elan gingen wir nach einem guten Frühstück und einer kurzen Fahrt mit dem Auto an einer neuen Stelle ans Werk. Nach einem kühlen, windigen und nach Regen ausschauenden Morgen machte sich aber schon bald wieder die Sonne bemerkbar. Es sollte auch heute relativ lange dauern, bis der erste Jauchzer ertönen sollte. Zu Zweit unterwegs zu sein hatte den Vorteil, dass keiner der erste sein wollte der aufgab. Die Taschen fühlten sich mit dem Alteisen zwar schon schwer an, doch es wurde Nachmittag bis ich wiederum das Glück hatte, ein kaum transportiertes Nugget auszugraben. Auch hier, das zweite Stück liess nicht lange auf sich warten und lag in unmittelbarer Nähe. Weitere drei Nuggets später verliess uns das Glück aber schon wieder. Bis zum Nachtessen, welches im Camper auf uns wartete, hatten unsere Arme die Schwere unserer grössten Ausbeute, Blei.

Trotz des Hochsommers war es am nächsten Morgen empfindlich kalt im Zelt und ich konnte es kaum erwarten erneut den Detektor zu schwingen. Wie hätte es aber auch anders sein können, die Nuggets machten sich heute äusserst rar. John zog es deshalb nach einigen Stunden vor, im Auto ein spannendes Buch zu lesen, anstatt wie eine Bergziege in der Gegend rumzuklettern. Mir hingegen liess es wieder einmal keine Ruhe, geschlagen das Schlachtfeld zu verlassen. Kurz nachdem ich die ersten Stücke auf kleinem Raum ausgegraben hatte, bekam ich von John und Ken Verstärkung. Ken wuchs in dieser Gegend auf und sein Vater, Grossvater und Urgrossvater hatten während den letzten 150 Jahren recht gute Arbeit geleistet. Allesamt waren nämlich Goldminer und Kevin erzählte uns einige Geschichten welche uns realisieren liessen, dass auch hier mit dieser Arbeit nicht alle reich geworden sind. Was mag aber wohl der Grund gewesen sein, dass sie uns doch noch einige Krümel übriggelassen haben. Hatten sie an einem Montag dort gearbeitet oder freuten sie sich an einem Samstagnachmittag auf ein kühles Bier. Ich glaube es kaum und nehme gerne den Hut von seinen Vorfahren ab, denn ihnen stand über all die Jahre kein Metalldetektor zur Verfügung!

Zurück in Queenstown blieb die Waage für die 12 Nuggets schliesslich bei fast einer halben Unze stehen. Zusammen mit dem Gold aus dem Claim und den Funden aus Central Otago kamen wir damit in fast drei Wochen auf 3 Unzen. Mein Kollege hatte trotz des für ihn nicht besonders guten Ergebnisses eine fantastische Zeit. Ich natürlich auch, zählen die tolle Kameradschaft und die vielen Erlebnisse doch auch.

Direkt aus dem Boden
Kommentare ( Deutsch: 2 / alle Sprachen: 2)
danidor
05.11.2007 04:49:29
ger Danke für den Kommentar. Träumen darf man, buchen kann man und Gold finden wird man(n)/frau.
Goldfieber
04.11.2007 19:18:57
ger Sehr interessanter und ausführlicher Bericht. Das weckt Wünsche, auch einmal an solch einer Tour teizunehmen.
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Direkt aus dem Boden
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Halbunzen Stück
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Goldfieber
04.11.2007 19:20:48
ger Grandios. Besonders schön, da noch mit dem Muttergestein.
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nächtlicher Fund
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Goldfieber
04.11.2007 19:22:03
ger Ein Stück schöner als das Andere.
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Ken schaut zu wie John ein Nugget ausgräbt das seine Vorfahren verpasst haben
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danidor
05.11.2007 04:46:53
ger Ken, links im Bild hat mir erzählt dass sein Vater, Grossvater und Urgrossvater auch schwierige Zeiten überstehen mussten. Lohnte sich also nicht immer.
Goldfieber
04.11.2007 19:23:36
ger Wenn die Vorfahren die Ersten waren, haben sie sicherlich eine gute Ausbeute gehabt.
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Unsere erste Ausbeute welche wir wieder davon schwimmen liessen
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Unser „Küche und Esszimmer“
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Unser Abendessen, Kaninchen vom Spiess mit Folienkartoffeln
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Die Dredge an unserem 1. Arbeitsplatz im Einsatz
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Die Ausbeute nach dem ersten Arbeitstag
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„Ich habe Nuggets zum Fressen gerne“
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Erneuter Aufbau des Tipi nach dem kleinen „Zwischenfall“
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Über 2 ½ Unzen aus dem Claim
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Goldfieber
04.11.2007 19:15:19
ger Sollch eine Pfanne kann sich sehen lassen.
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Unser Lucky Punch
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Goldischütteli
18.11.2007 20:26:47
ger Super Teil !
danidor
05.11.2007 04:44:03
ger Danke
Goldfieber
04.11.2007 19:14:27
ger Schönes Stück. Gatuliere.
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Eine glückliche und stolze Goldwäscherin
Kommentare ( Deutsch: 1 / alle Sprachen: 1)
Goldfieber
04.11.2007 19:13:30
ger Sieht gut aus! Gold und Goldwäscherin!
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Anfangs März trafen dann meine Deutschen Kunden ein. Noch mit Jetlag belastet unternahmen wir am Tag nach ihrer Ankunft einen "Ausflug" zu einem kleinen Seitenbach eines bekannten Flusses. Nach einem erfolglosen Vormittag fing der Nachmittag mit einem 2.2g Nugget äusserst positiv an. Kurz darauf entdeckten wir eine schöne Spalte und kehrten am Abend schliesslich mit fast 8g Gold nach Hause zurück. Dies nachdem wir die ganze Ausbeute in der Saugflasche noch verloren und sie nur mit Glück auf dem Rückweg im Bach liegend, wieder gefunden hatten. Nicht schlecht für den Anfang.

Die nächsten drei Tage verbrachten wir auf der Lodge am Moonlight Creek. Am gleichen Ort, wo vermutlich dem inzwischen verstorbenen Walter Tscheppa das Glück vor Jahren hold gewesen war, fanden wir ein kleines Nugget nach dem anderen. Auch hier kamen wir an einem Tag auf fast 7 Gramm.

Nachdem meine Dredge einige Tage früher bei einem Hochwasser am Moke fast weggerissen wurde und von mir in allerletzter Minute noch gerettet werden konnte, versuchten wir unser Glück nun auf dem Claim. Dort erwartete uns ein bereits aufgestelltes Camp, welches aus einem Wohnzelt, einem Tipi fürs Kochen und einem Plumpsklo bestand.

Als erstes musste jedoch die Dredge gezügelt und einige grosse Steinsbrocken weggeräumt werden, bevor wir mit der Dredge eine Spalte zugänglich machen konnten. Unsere Arbeit wurde am ersten Tag mit einer halben Unze Nuggets belohnt.
Am Tag darauf hiess es eine riesige Schieferplatte in Stücke zu teilen und wegzuziehen. Diesmal winkten uns nochmals 10 Gramm.

Vom kulinarischen her gesehen, kamen Marc und Sandra voll auf ihre Rechnung. Marcs Wunsch nach einem gegrillten Hasen vom Grill musste jedoch einige Tage warten. Während dem Aufenthalt auf der Lodge, versuchten Kurt, Edith und ich eines Nachts zwar den Hasenbraten zu sichern, doch konnte sich das Opfer mit tüchtigen Kopfschmerzen in Sicherheit bringen. Schnurgerade rannte der Hase, dem drei Kugeln um die Ohren gepfiffen waren, im Scheinwerferkegel auf unser Auto zu. Ein „Poing-Geräusch“ von unter dem Wagen liess uns zwar vermuten, dass sich der Kerl das eigene Leben genommen hatte. Wir hatten uns aber getäuscht und er war in der Dunkelheit nirgends ausfindig zu machen. Einzig zwei Opposums mussten in dieser Nacht ihr Leben lassen. Eines wurde in den kommenden Tagen mit Speck umwickelt und auf dem Drehspiess über der Feuerstelle im Tipi gebraten. Da uns dieser Braten aber nicht überzeugte, versuchten wir es später noch mit einem Hähnchen, welches uns am besten schmeckte. Marcs Wunsch, welcher an einem der letzten Abende in Erfüllung ging, erhielt eher eine Note 2 bis 3. Entweder hatte das Tier zu viele Kilometer auf seinem Zähler oder es hatte schlichtweg zu wenig Fett auf dem Leib.

Bereits sehr zufrieden machten wir uns auf die Suche nach einem neuen Platz. Sandra welche den Kopf nur ungern unter Wasser streckte, konnte mir gleich nach wenigen Minuten zusehen, wie ich ein eingeklemmtes Nugget ausfindig machen und den Dredgeplatz für den nächsten Tag bestimmen konnte. Marc, den ich dann (am nächsten Tag) an dieser Stelle selbst arbeiten liess, wollte nach einer Stunde bereits aufhören und nachschauen was sich in der Box befand. Ich schlug ihm aber vor noch eine halbe Stunde weiter zu machen. Wenige Minuten später hörte ich ihn, wie er unter Wasser einen Schrei ausstiess. Von Hand holte er ein fast 7g schweres Nugget heraus.

Beim Säubern der Box war zu unserer Überraschung noch ein schwereres Nugget hinter den Riffeln hängen geblieben. Nicht schlecht für einige Stunden Arbeit. Auch am folgenden Tag ging es in diesem Stil weiter. Diesmal hatte ich das Vergnügen die meisten Nuggets, darunter ein 9g Stück ans Tageslicht zu befördern. Mit 25 Gramm blieb dies ein unvergesslicher und unser erträglichster Tag.

Zufrieden mit unserer Ausbeute gönnten wir uns einen Tag Ruhe in Queenstown. Dies gab uns Gelegenheit zum Einkaufen und das in der Nähe gelegene Goldgräber Städtchen anzuschauen. Beladen mit neuem Proviant und Benzin für die Dredge machten wir uns kurze Zeit später, voll motiviert wieder auf den Weg zum Claim. Als erstes erwartete uns aber eine böse Überraschung am Camp. Dummerweise entpuppte sich die gute Idee, die Neoprenanzüge im Tipi zum trocknen aufzuhängen als schwerwiegender Fehler. Die Holzstangen an welchen wir unsere Wäscheleine befestigt hatten, bogen sich durch das Gewicht der nassen Anzüge durch und machten das Zelt instabil. Die starken Windböen der letzen Tage hatten dann relativ leichtes Spiel und bei unserer Ankunft lag das umgefallene Tipi mit dem Oberteil auf dem Hauszelt. Auch dieses war halb zusammen gestürzt und einige Stangen tüchtig verbogen. Während Stunden mussten wir unsere wertvolle Zeit statt dem dredgen dem Aufbau unseres Camps widmen. Eine Zeltstange ging beim geradebiegen in die Brüche und musste improvisiert auf McGiver Art mit Swiss Army Messer und „Duct-tape“, (graues Klebeband) geflickt werden.

Als wir schlussendlich damit fertig waren, mussten wir an unserer guten Stelle der letzten Tage auch feststellen, dass dort, ohne grossen Aufwand zu betreiben nicht mehr viel zu holen war. Es musste also es eine neue Stelle gefunden werden. Nicht weit entfernt entschlossen wir uns in einer Kurve anzufangen. Auch hier, Marc wollte nach wenigen Minuten bereits die Flinte ins Korn werfen. Es hätte nichts als Bedrock hier aber keine Spalte. Mein Ratschlag weiter Richtung Böschung rein zu dredgen wurde aber befolgt und schon nach kurzem zeigten sich die ersten Nuggets hinter bzw. unter einem grossen Steinsbrocken. Der Bedrock fiel dann zu unserer Überraschung plötzlich steil in die Tiefe und relativ viel Material musste abgesaugt werden. Als ich mit dem Wassereinsatz an der Reihe war, schimmerte es plötzlich in der Tiefe überall gelb. Leider konnten wir an diesem und am nächsten, unserem letzten Tag nicht mehr viel ausrichten. Dauernd fiel Material von der Böschung runter und unsere Arbeit glich der von Sisyphus, dem Sohn eines griechischen Windgottes. Einige Tage vorher ging uns zudem der Keilriemen für den Kompressor kaputt und konnte nicht innert nützlicher Zeit gewechselt werden. Da der Bedrock aber zudem noch immer weiter in die Tiefe ging, mussten wir schliesslich aufgeben und mit unserer gesamten Ausbeute von 3 Unzen für die letzten vierzehn Tage zufrieden sein.

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