Ein Erlebnisbericht von Robin
26.06.2010 15:54:09
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Riedenburg

Nachdem ich im Jahr 2009 zum ersten mal bei einer deutschen Meisterschaft im Goldwaschen in der Kategorie Amateure gestartet war – war mein Ziel im Jahr 2010 bei den Profis nicht die rote Laterne zu tragen. Also bestellte ich mir eine Standard-Wettkampfpfanne mit welcher man bei einer Meisterschaft viel schneller waschen kann. Eigentlich wollte ich bei unserem Goldwäschertreffen im April 2010 mit Uli, der mir bei der deutschen Meisterschaft 2009 schon etwas unter die Arme gegriffen hatte, mit der neuen Wettkampfpfanne meine ersten Übungen machen und schauen ob ich mit dieser überhaupt zurecht komme. Leider sind wir bei diesem Treffen nicht so wirklich zum üben gekommen und so machte ich mit Uli aus, dass er mich 1 Stunde vor Beginn der bayrischen Meisterschaft noch kurz in die Waschtechnik mit solch einer Wettkampfpfanne einweist. Da Uli aber verkehrsbedingt etwas später ankam und das Wasser in dem Probewettkampfbecken auch nur der Außentemperatur von knapp 5°C entsprach, beschränken sich unsere Übungen auf 2-3 mal waschen mit dieser Pfanne. Wegen der wenigen Übung mit der Wettkampfpfanne entschied ich mich mit meiner ganz normalen Waschpfanne in den Wettkampf bei den Profis zu gehen. Da bei den Profis aber nur ein anderer Teilnehmer auch mit einer ganz normalen Waschpfanne wäscht, stieg ich so gut wie chancenlos ins Wettkampfbecken.

Die Becken um mich herum hatten sich schon ziemlich geleert, als ich immer noch am waschen war...
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...mein Ziel mit der ganz normalen Pfanne war es nicht schnell zu waschen – dafür aber keine Flitter zu verlieren um die 3 Minuten Strafzeit pro verlorenen Flitter zu vermeiden. Dies Ziel beim waschen für wenige Sekunde in der Wettkampfatmosphäre vielleicht doch aus den Augen verloren, hüpfte mir ein Flitterchen im nachhinein doch über den Pfannenrand...
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...die gefunden 5 von 6 Flitter schnell in das Röhrchen abgefüllt...
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...ging es mit den letzten Teilnehmern aus dem Wettkampfbecken raus.
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Durch den verlorenen Flitter und der damit verbundenen Strafzeit von 3 Minuten, die zur Waschzeit addiert wurde, hatte ich im 2. Vorlauf der Profis nichts mehr zu verlieren. So entschloss ich mich (zur Verwunderung so manchem Teilnehmer) beim 2. Vorlauf nun komplett ungeübt mit der neuen Wettkampfpfanne zu waschen...
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...neben Wettkampflegenden wie Gerhard H. (3. Platz im deutschen Nationalteam bei der Weltmeisterschaft 2009) kam bei mir schon kurz eine nachdenkliche Stimmung auf ob diese Entscheidung wirklich richtig war?
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AU
14.07.2010 09:00:28
ger Der Gerhard ist ein "alter Fuchs", ich denke das er bei der WM in diesem Jahr weit nach vorne kommen wird.
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Diese Stimmung war beim Start des 2. Vorlaufes schnell vergessen und voll motiviert ging es dann beim ertönen des Startgongs zu Sache...
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...die wenig geübte, andere Waschtechnik umgesetzt war ich gleich wieder voll im Waschfieber...
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...und so ging es dann munter und mit viel mehr Spaß am waschen mit der neuen Wettkampfpfanne weiter...
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...den Sand viel schneller aus der Schüssel waschend, hatte ich dieses mal schon während dem ganzen waschen den Eindruck, dass dieser 2. Vorlauf wesentlich besser lief als der 1. Vorlauf mit der normalen Pfanne...
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...die letzten 2 Flitter noch schnell ins Röhrchen...
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Robin.71
28.06.2010 21:32:59
ger Bin gerade am Flitter trocken legen von der bayerischen Meisterschaft 2010. Wenn ich die Flitter von allen Wettbewerben zusammenzähle sind es 45 Stück ingesamt geworden - das müssten dann ca. 0,3-0,4 Gramm Gold sein. Wer mich kennt der weis, dass ich mich über jeden Flitter freue wie ein kleines Kind vor dem Weihnachtsbaum :-)
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...fühlte ich mich als moralischer Sieger, da ich alle Flitter gefunden und meine Zeit um über 2 Minuten verbessert hatte.
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Mit diesem neu gewonnen Selbstbewusstsein ging es dann...
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...in den Wettbewerb der „Traditionellen Pfanne“ mit welcher ich auch noch nie gewaschen hatte...
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Robin.71
02.07.2010 09:31:32
ger Bei der in Riedenburg verwendeten Eastwingpfanne geht das "noch" - die hat ja 3 "Riffel" (na ja sagen wir lieber leicht erhöhte Rillen). In Goldkronach werden wohl Blechpfannen ohne jegliche Rillen verwendet - da gewinnt das waschen nochmals eine ganz andere Dimension. Bei den Profiwettbewerben gibt es Vorschriften welche Maße eine Pfanne nicht überschreiten darf - sprich im Profiwettbewerb kannst du mit einer ganz normalen Kunststoffpfanne (siehe die ersten 4 Bilder) waschen oder Wettkampfpfanne oder wie Wulz81 auch mit einer Batea. Aber ein reiner Batea-Wettbewerb hätte sicherlich was .
Goodyman
30.06.2010 13:14:03
ger Mit so einer "traditionelle Pfanne" zu waschen ist sicher sehr gewöhnungsbedürftig. Was mich blos wundert ist, dass bei dieser Vielzahl von verschiedenen Pfannen es keinen Wettbewerb gibt bei dem man mit der wohl "Traditionellsten", da meines Wissens nach Weltweit am meisten benutzten, Batea gibt. Oder gibt es da einen? (Sollte ich mit meinen Äußerungen falsch liegen liegt es an zuviel zuwenig Wissen).
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...gerade bei diesem Wettbewerb ist meist nicht der Schnellste, sondern derjenige welcher die wenigsten Flitter verloren hat auf den vordersten Plätzen. Diese Taktik ging auch bei mir auf und so schaffte ich es vom Vorlauf bis ins Semifinale.
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Mit der neu gewonnenen Freude am waschen mit der Wettkampfpfanne gelang es meinem Teampartner Karl-Heinz (Startnummer 5, in der Mitte hinten) und mir (in der Mitte vorne) als Team mit dem Namen „Dreamer“ sogar ins Finale zu kommen – das war mehr als wir uns je erträumt hatten. Hier starten wir neben erfahrenen Wettkampfwäschern wie Gerhard H. (vorne links), Uli M. (hinten links) und Karl P. (Startnummer 4, hinten rechts). Kurz vor dem Start des Finales konnte man den Teilnehmern die Anspannung in ihren Gesichtausdrücken ansehen...
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...durch den Start des Finales wurden wir von unserer Anspannung erlöst und gingen voll konzentriert zur Sache...
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...in den ganzen Läufen mit der Wettkampfpfanne hatte ich nie einen Flitter verloren – so auch dieses mal im Teamfinale. Mit einer auf Sicherheit gewaschenen Zeit von ca. 3 Minuten stieg ich sogar im Finale nicht als letzter aus dem Becken...
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...von meiner Leistung überrascht träumte mein Teampartner schon von einer guten Platzierung im Teamfinale...
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...leider rutschten im in diesem Teamfinale 2 Flitter von der Pfanne, dadurch wurden 6 Minuten Strafzeit zu unserer Waschzeit addiert. Ohne diese Strafzeit hätten wir es sogar auf den 7. Platz geschafft. Trotzdem waren wir beide und besonders ich im ersten Jahr bei den Profis mit dem 10. Platz mehr als zufrieden.
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Robin.71
07.08.2010 23:00:54
ger @Haribo Es gibt Leute die sind fast auf allen deutschsprachigen Meisterschaften - ich bin bis jetzt nur auf einer Meisterschaft pro Jahr gewesen - klar wäre etwas mehr Praxis nicht schlecht - aber um das geht es gar nicht. Mir geht dabei um die ganze Atmosphäre die einen erfasst beim Wettkampfwaschen - mach es wie ich probiere es einfach aus und du wirst sehen es lässt dich nicht mehr los :-)
Haribo
06.08.2010 18:13:27
ger Dieses Ergebnis find ich klasse von euch. Wenn ich daran denke wie lange ich brauche um eine Pfanne auszuwaschen………. Irgendwann werde ich mir mal eure Waschtechniken anschauen. Aber sicher hab ich nur Angst zu wenig zu waschen.
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Das Wettkampfwaschen ist neben dem eigentlichen Waschen am Bach zu einer absoluten Bereicherung meines Hobbys geworden. Von vielen ironisch oder gar abwertend als Zuberwaschen verpönt hilft es einem die eigene Waschtechnik von mal zu mal zu verbessern. Zudem macht es jede Menge Spaß und man lernt immer wieder ganz neue, interessante Leute kennen.
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AU
14.07.2010 09:06:55
ger Die meisten die über die Wettkämpfe schimpfen haben noch nie an einem Teilgenommen. Die waschen dann in Zeitlupe am Bach. :-)
Bayerwalddigger
27.06.2010 03:15:26
ger Dem kann ich nur zustimmen. Ich war bei der Bayerischen in Riedenburg und bei den Deutschen in Goldkronach. Da ich ja auch noch Anfänger bin, konnte ich natürlich eine Menge neuer Leute kennenlernen und Erfahrungen mitnehmen. Viele der Leute, die in Riedenburg dabei waren, waren auch in Goldkronach. Die Wettkämpfe, das ganze drumherum und die geselligen Abende machen das Flair dieser Veranstaltungen aus. Goldkronach war für mich doppelt interessant, weil neben den Wettkämpfen ich mir auch noch vorgenommen habe, Gold von dort mitzubringen (wenn man schon mal da ist). Also nach dem ersten Wettkampftag an den Bach, Rinne ausgelegt, 1,5 Std. geschaufelt und am nächsten Morgen ausgewertet. 11 Flitter für meine Sammlung. Zumindest bei der nächsten Deutschen, dann in Riedenburg und wahrscheinlich diesmal in Österreich bin ich dabei.
Goodyman
26.06.2010 20:04:01
ger In der freien "Wildbahn" sehe ich dich ehrlich gesagt lieber. Allerdings haben solche Meisterschaften auch ihren Charme. Wie lange ich mich diesem Charme noch entziehen kann weiß ich nicht. Da tragen so Berichte sicherlich dazu bei,Hemmschwellen oder Vorurteile zu besänftigen. Danke für diesen tollen Bericht! Goodyman
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Ich kann jedem nur ermutigen solch eine Meisterschaft einmal zu besuchen und viel besser noch auch daran teilzunehmen. Wenn man das ganze wie am Bach nicht zu verbissen, sondern als Hobby sieht wird man hier, wie auch am Bach unbeschreiblich schöne Momente erleben an die man sich noch lange zurück erinnert.